Das "skills lab"des Universitätsklinikums Bonn
Liebe Studenten! Die Novellierung der Approbationsordnung für Ärzte betont eine praxisnahe Ausbildung von Medizinstudenten, womit in der Konsequenz auch die Durchführung klinisch- praktischer Prüfungen an deutschen medizinischen Fakultäten zur Leistungsbewertung und Notenvergabe einen wichtigen Stellenwert einnehmen wird. Insbesondere mit Blick auf die Ausbildungskonzepte sieht der neu geschaffene "skills lab" Projektverbund des Universitätsklinikums Bonn dringenden Handlungsbedarf und gleichzeitig großes Optimierungspotential. Das Ziel dieses Projektes ist daher eine Optimierung der Vorbereitung aller Medizin-Studenten auf Praktika, Famulaturen, PJ und den klinischen Einsatz als Assistenzarzt. Dies soll durch die Einrichtung eines , interdisziplinären skills labs erreicht werden, welches neben einem effizienteren Informationstransfer auch ein kontinuierliches, interdisziplinäres, umfassendes und insbesondere nachhaltiges Qualitätsmanagement aller relevanten Bereiche und Akteure gewährleisten soll. Durch die Entwicklung von innovativen, fachspezifischen, Aus- und Weiterbildungsmethoden sowie durch die Erarbeitung und Durchführung von neuartigen und insbesondere praxisorientierten Trainingskonzepten soll eine Verbesserung der Lehre an der Universität Bonn erreicht werden. Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universität Bonn führte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie(DGU) und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe(BBK) eine bundesweite Studie zu dem Thema "Praktische und notfall- bzw. katastrophenmedizinische Ausbildung von Medizinstudenten im Hinblick auf das Praktische Jahr" durch.(siehe Anhang) Die Ausbildungsangebote für das Fach Notfallmedizin und die Lehre für das Ausbilden, Einüben und Vertiefen in den praktischen Fähigkeiten sind trotz einheitlichen Curriculum an den deutschen Universitäten sehr verschieden. Eine Übersicht zeigt die Abbildung 4-6. Dort werden Universitäten verglichen, an denen ein Skills-Lab schon implementiert wurde und Universitäten, an denen kein Skills-Lab angeboten wird oder sich noch im Aufbau befindet(beide gekennzeichnet durch ein *). Mit Hilfe der Aussagen der Studenten über ihre Einschätzung in den praktischen Fertigkeiten und Ausbildung, die in Form von Schulnoten(Noten 1-4 und 1-3) gegeben wurden, können die Ergebnisse mit den Universitäten verglichen werden. Es zeigt sich eine starke Differenz der Universitäten mit und ohne Skills-Lab bezüglich der gegeben Noten. Die Noten 1-3 liegen bei den Universitäten mit Skills-Lab im Durchschnitt bei 50% (45-55%). Ein erhebliches Defizit beobachtet man an den Universitäten Düsseldorf(30%) und Bonn(8%). In Bonn läßt sich zudem auch ein starker Abfall der Noten 1-4(26%) erkennen im Gegensatz zu Universitäten wie Heidelberg/Mannheim(79%), Tübingen(73%), Mainz(76%) und sogar Düsseldorf(52%), bei der sich bekanntlich ein Skills-Lab im Aufbau befindet.
Abbildung 1: Universitäten ohne Skills-Lab(*) im Vergleich zu Universitäten mit Skills-Lab. Es bleibt festzuhalten, das die Einführung von Skills- Lab-Training ein weiteres Werkzeug zur Verbesserung der in der Approbationsordnung geforderten praktischen Ausbildung eines Medizinstudenten ist. Trotz ressourcen- und zeitaufwendigem Konzept belegen Studien, das sich der Aufwand der Implementierung lohnt. Gerade im Bereich der medizinischen Fortbildung erfährt diese Methode derzeit einen enormen Zuwachs. Der Projektverbund hält dieses moderne und innovative Instrument auch bei der Aus- und Weiterbildung wie auch dem praxisorientierten Training der Medizinstudenten für unabdingbar. Daher beantragen wir die Förderung für die Erstellung eines skills labs in den Räumen des ehemaligen Ortho-OPs. Nach Begehung des neuen Lehrgebäudes und des skills lab Raumes, sind wir uns einig das eine weitere gemeinsame Nutzung dieses Raumes für die Blockpraktika und die weitere studentische Ausbildung problematisch bis nicht durchführbar ist. Allein durch den Aufbau der einzelnen Simulationsmodelle ist der Raum verbaut! So bleibt kaum Platz für die zahlreichen Anatomischen Modelle, Kunststoffarme zum Viggo legen und zur Durchführung eines Naht/ Osteosyntheskurses. So beantragen wir den Umbau des ehemaligen Ortho-OPs zu einem skills lab für die studentische Lehre. Die Einrichtung des jetzigen "skills labs" im neuen Lehrgebäude ist dennoch schon ein Erfolg. Einige durchgeführte Kurse zeigen die Akzeptanz des skills labs und auch den Spaß den Lehre machen kann!. Wir platzen aber jetzt schon aus allen Nähten. Im alten Ortho OP (2ter Stock über der Radiologie) wäre genügend Platz für ein "offenes" permanentes skills lab welches ihr tagsüber nutzen könntet. (Und nicht wie jetzt nur zu den Kursen). Man könnte Zwischenzeiten überbrücken, am Computer lernen, nochmal intubieren, reanimieren oder sich selber schallen. Dafür brauchen wir eure Stimmen. Wenn ihr die Lehre an der Uni-Bonn verbessern wollt, dann stimmt ab. Damit "euer" skills lab Realität wird. Für mehr Praxis in der medizinischen Ausbildung. >>Umfrage starten<< ![]() Abbildung 2: Erster skills lab Traumakurs der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie ![]() ![]() Abbildung 3: Erster skills lab Traumakurs der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie Bilder aus dem alten Ortho OP ![]() Bild 1.: Über der Radiologie gelegen (Ich kann schon die Schrift auf dem grauen Beton sehen....."skills lab Uni Bonn"!!!) Bild 2.: Gipsraum im alten Ortho OP ![]() Bild 3+4 Räume die umgebaut werden könnten (Ultraschallraum, Osteosyntheseraum.....)
Bild 5 + 6.: Die Scheiben werden verspiegelt dann kann jemand eine Anamnese erheben, das Patientengespräch üben oder schlechte Nachrichten den Angehörigen vermitteln, und seine Kommilitonen schauen und hören hinter der Scheibe zu. Das ganze mit Schauspieler Patienten. Bild 6: Hört ihr schon die Schritte auf dem Flur...... Ein Kaffeeautomat steht hier, Internet, eine Bücherei, hier kommt man gerne zur Uni. ![]() Bild 7+8: Mehrere alte OP Säle und ein großer Flur. Hier können Simulationskurse angeboten werden. Vom Erstsemester Kurs: Wie ziehe ich mich steril an und wasche mich richtig (um den ersten Anschiss der OP Schwester abzuwenden.....) bis zu Laparoskopietraining oder Ahrtroskopie. Alles ist möglich. ![]() Bild 9.: Umkleiden und Spinde. Ich freue mich über eine rege Teilnahme. Mit freundlichen Grüßen! Philipp Fischer >>Umfrage starten<<
Leiter Schwerpunkt Unfallchirurgie |